Emotion, Sonstige
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Was sind Emotionen? Wo sind sie und woher kommen sie?

Machen sie unsere Persönlichkeit aus? Oder erschaffen wir sie selbst?

Die Antwort ist sehr einfach (nämlich: keine Ahnung!) weil, wie es scheint, sie niemand so genau kennt. Denn zwischen Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie gibt es einen ständigen „Kampf“ um zwei Schlüsselelemente: die Natur des menschlichen Bewusstseins und die Natur der menschlichen Emotionen.

Sie dürfen sich Ihre Antwort also selbst aussuchen, und hier sind ein paar Hilfestellungen:

Der Psychologe Paul Ekman verwendet menschliche Gesichtsausdrücke, um eine Reihe von emotionalen Erfahrungen zu erkennen, die universell zu sein scheinen.

Der Neurowissenschaftler Antonio Damasio argumentiert, dass Emotionen auf spezifischen physiologischen Veränderungen im Körper beruhen, die das Gehirn dann als Gefühl interpretiert: „Das Gehirn empfängt ständig Signale vom Körper und registriert, was in uns vor sich geht. Anschließend verarbeitet es die Signale in neuronalen Karten, die es dann in den sogenannten somatosensorischen Zentren zusammenstellt. Beim Lesen der Karten treten Gefühle auf und es wird deutlich, dass emotionale Veränderungen aufgezeichnet wurden – sozusagen als Momentaufnahme unseres physischen Zustandes.“

Haben Sie das verstanden? Nein? Ich auch nicht, und vermutlich auch sonst niemand.

Der Psychologieprofessor Jaak Panksepp zeigt in seiner Forschung über Ratten, dass es in den unteren, älteren Teilen des Gehirns spezifische neuronale Wege gibt, die primäre Kernemotionen erzeugen. Wenn wir uns der emotionalen Erfahrung bewusst werden, die wir gerade gemacht haben, findet eine sekundäre Reihe von Emotionen statt, die Panksepp  „Gefühle“ nennt und die weitgehend von vergangenen Erinnerungen, Phantasien und anderen Strukturen und Prozessen des oberen Gehirns geprägt sind. Er glaubt, dass unsere Kernemotionen die Grundlagen unserer Persönlichkeit bilden und dass Emotionen das Bewusstsein hervorrufen.

Haben Sie das auch nicht verstanden? Grämen Sie sich nicht…

Andere Modelle beschreiben verschiedene Facetten der emotionalen Verarbeitung – zum Beispiel Daniel Golemans Begriff der „Emotionalen Intelligenz“ -, aber sie alle betonen das Zusammenspiel von emotionaler Erfahrung, Kognition, Entscheidungsfindung und sozialer Interaktion.

Die Psychologie-Professorin Lisa Barrett argumentiert, dass man emotionale Erfahrungen niemals von Gedanken und Bewusstsein trennen kann: Emotionen, sagt sie, werden alle von unserem Geist konstruiert und ändern sich ständig.

Sie argumentiert gegen die Vorstellung, dass es universelle Emotionen gibt.

Barrett fordert Panksepp heraus, indem sie sagt, dass es Beweise gebe, die seinem Modell der primären emotionalen Kreisläufe im menschlichen Gehirn widersprechen. Doch die „Beweise“ werden selbstredend von anderer Seite nicht anerkannt.

Panksepps Modell ist ein „bottom up“ Prozess, bei dem die von ihm beschriebenen sieben Basis-Emotionen (die im ältesten Teil des Gehirns sitzen) NICHT von unserem Bewusstsein beeinflussbar sind.

Barrett argumentiert dagegen für einen reinen „top-down“ Prozess, bei dem Gedanken unsere Gefühle verändern, was wiederum zur Veränderung der Emotionen im alten Teil des Gehirns führt.

Es gibt Kontroversen in Hülle und Fülle: Barrett argumentiert, dass Emotionen ausschließlich Produkte des Bewusstseins sind. Doch dagegen sprechen Forschungsergebnisse die belegen, dass Patienten im komatösen Zustand subtile Emotionen zeigen.

Und was ist nun die Antwort auf die oben genannten Fragen?

Ich kenne sie nicht und, wie mir scheint, kennen die diversen Wissenschaftler sie auch nicht.

Bleiben wir neugierig ….

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