Autor: Nina Olsson

Haben Sie Vorurteile? Nein? Keine?

Dann lesen Sie, was die Neurowissenschaft dazu sagt, denn… …unser (jedes) Gehirn verzerrt die Realität. In dem kurzen Zeitraum zwischen dem Wahrnehmen einer Information und dem Erreichen dieser Information an unserem Bewusstsein, haben wir sie bereits in etwas Einzigartiges verwandelt. Unser Gehirn hat sie so rekonstruiert, dass sie sich bequem in unsere bestehenden Gehirn- Muster einfügen lässt. Rekonstruktion der Realität ist die Grundlage, auf der wir alle unsere Überzeugungen aufbauen. Selbst wenn wir uns nur auf evidenzbasierte wissenschaftliche Erkenntnisse konzentrieren, interpretieren wir jede erforschte Tatsache durch unsere eigenen, oft rosa gefärbten Gläser.                                                                                                                  Diese Interpretationen werden unbewusst aus Annahmen, Verallgemeinerungen, Täuschungen und Fehlern geformt.

Ein Abendessen in der Toskana…

und die Folgen einer gespeicherten Erinnerung Toskana, endlich. Endlich der lang ersehnte Urlaub. Zuhause ist es schon kalt, doch hier können wir  im Sommerkleid unter Olivenbäumen sitzen und den Hunden beim Spielen zusehen. Hier fahren keine Autos, nicht einmal Motorräder, denn die kleinen Gassen sind viel zu schmal dazu. Und überhaupt verirrt sich niemand hierher, der nicht hier wohnt. Wir, das sind meine Freundin Barbara und ich. Eine halbe Stunde Autofahrt von dem kleinen Bergdorf entfernt,

Was sind Emotionen? Wo sind sie und woher kommen sie?

Machen sie unsere Persönlichkeit aus? Oder erschaffen wir sie selbst? Die Antwort ist sehr einfach (nämlich: keine Ahnung!) weil, wie es scheint, sie niemand so genau kennt. Denn zwischen Neurowissenschaft, Psychologie und Philosophie gibt es einen ständigen „Kampf“ um zwei Schlüsselelemente: die Natur des menschlichen Bewusstseins und die Natur der menschlichen Emotionen.

Otto & Sophie und die Rechthaberei

wollen Sie Recht haben, oder einen schönen Tag verbringen?  September. Otto und Sophie sind im Park spazieren. Es ist früh am Morgen, kaum ein Spaziergänger ist unterwegs, das Wetter perfekt. Findet jedenfalls Sophie, und sie genießt jede Minute des Spaziergangs. Sie lauscht dem Flüstern des Baches, begleitet seinen Weg ein Stück, und verlässt ihn über eine kleine Brücke. Die Vögel unterhalten sich, jeder in seiner eigenen Sprache. Manche heben ein lautes Gezeter an, wenn sie Sophies Hund entdecken. Vereinzelt sind schon gelbe Blätter in Büschen und Baumkronen zu sehen, die sich mit roten und blauen Beeren um den Schönheitspreis streiten. Das Gras ist feucht vom Tau, und es riecht schon ein wenig nach Herbst. Doch die Sonne beginnt bereits die kühle Feuchtigkeit der Nacht zu vertreiben; heute wird wieder ein sommerlicher Tag. Otto schlägt ein Sonnenfrühstück vor,

Die verführerische Anziehungskraft der neurowissenschaftlichen Erklärungen

Warum gibt es so viel Quacksalberei… … wenn es darum geht, Produkte, Dienstleistungen oder Kurse zu verkaufen, die mit Hirngesundheit oder Gehirntraining auf Basis der Gehirnforschung verbunden sind? Die Antwort ist sehr einfach: weil es sich besser verkauft! Und das sogar auch, wenn die Informationen verzerrt oder völlig falsch sind! Wer macht sich die Mühe,  Abstracts von angegebenen Studien zu lesen (falls überhaupt eine Studie angegeben wird)? Meist hört oder sieht man Aussagen wie „man hat festgestellt“, „Studien belegen“, „wissenschaftlich erprobte Methode“ oder, auch schön, „klinisch erprobt“ und Ähnliches.

Gefangen in der eigenen Box

Immer wieder scheinen wir vor denselben Herausforderungen, Bedingungen und Widrigkeiten in unserem Leben zu stehen.   Wir treffen meist auf denselben Menschenschlag. Auf einen neuen Partner, der zu viel trinkt, so wie der alte. Der vielleicht lügt, wie wir es gewohnt sind. Oder betrügt, wie wir es schon kennen. Jeden Tag denken wir auf die gleiche Weise über unsere Probleme nach und versuchen, sie auf alt bekannte Weise zu lösen. Doch es klappt nicht, denn sie verschwinden nicht. Wir scheinen immer dieselben Menschen anzuziehen, dieselben Situationen herbeizurufen. Woran kann das liegen? Die Antwort finden wir in unserem Gehirn.

Die Kurz-Meditation

langsame tiefe Atmung oder doch lieber Gähnen? Wie oft haben wir das nun schon gehört und gelesen: Wollen wir uns entspannen, sollten wir langsam und mehrmals TIEF EIN-und AUSATMEN. Das sagt jedenfalls John Kabat-Zin, der Begründer der „mindfulness based stress reduction – MBSR Therapie. Oder geht`s auch anders? Man könnte langsam durch einen Strohhalm ins Wasser blubbern, oder

Die ersten 6 Monate einer Beziehung basieren auf… NEURONALEN FANTASIEN!

Zwei Menschen haben sich nach langer Zeit wiedergefunden… Beide waren in jungen Jahren ein Paar, haben sich getrennt und jeder hat sein eigenes Leben gelebt. Und sich entsprechend verändert. Zunächst wähnten sich beide im siebten Himmel, denn alles schien so wunderbar zu sein, wie früher…aber dann, vermeintlich über Nacht, begann aus dem Himmel die Enttäuschung zu regnen. Aus neurologischer Sicht passierte bei ihrem Wiedersehen folgendes: Unser Gehirn hat keine Wahl. Es betrachtet eine Person und bewertet sie: enthält die Begegnung eine mögliche angenehme Belohnung? Oder ist diese Person eine potenzielle Bedrohung (oder zumindest eine Belästigung)?

Otto, Sophie und ein Foto

Sophie und ihr „Walker“… Sophie ist meine Freundin. Im Laufe der kommenden Zeit werde ich immer mal wieder von ihr und Otto, ihrem „Walker“ erzählen. Für diejenigen, die wissen möchten, was das ist: ein Walker ist ein Mann, der Frau ins Kino oder zum Essen begleitet. Manchmal auch in den Urlaub, doch stets ohne körperliche Annäherungen. Platonisch eben. Sophie und Otto gingen vor 40 Jahren gemeinsam zur Schule. Sophie ist neugierig und immer bereit, an neuen Herausforderungen zu wachsen. Ihr neuestes Projekt ist z.B. das Schreiben eines Blogs. Otto nimmt das gelassen zur Kenntnis, sieht er doch keinerlei Nutzen in solchen Aktivitäten. Er hat es lieber gemütlich und freut sich, wenn sich möglichst wenig ändert.

WARUM wandern unsere GEDANKEN?

Nachts, während wir schlafen…. …..und auch die meiste Zeit des Tages sind wir nicht auf eine bestimmte Aufgabe fokussiert. Konzentrierte Aufmerksamkeit verbraucht viel Stoffwechselenergie. Das Fokussieren beschäftigt das Central Executive Network (CEN) unseres Gehirns, das im dorsolateralen präfrontalen Kortex unseres Gehirns vermutet wird. Dieses Netzwerk ist dafür zuständig,